Hier und da – so sagt man – darf man sich ja auch mal etwas gönnen. Es streichelt das Ego und wenn man es beruflich nutzen kann hat es auch einen, nicht zu unterschätzenden, Nährwert.

Nun bin ich durchaus neugierig, was denn so an neuen Kameras und Gadgets auf den Markt kommt und versuche, mich da schon auf dem Laufenden zu halten.
Vor einigen Wochen (wir haben Juli 2026) kam DJI mit der Osmo Pocket 4P um die Ecke. Eine nette Gimbal-Kamera (eine Kamera mit Stabilisator) mit zwei Objektiven im Kamera-Modul. Die wurde groß für Ende Juni angekündigt – aber bis anfang Juli war das Teil weder für Geld noch gute Worte (im deutschsprachigen Raum) irgendwo zu haben.
Aber es gibt ja die werte Konkurrenz von Insta360. Die zeigten was durchaus vergleichbares, mit zwei Objektiven im Kamera-Modul – und noch dazu hatten die ihr Linsensystem zusammen mit Leica entwickelt! Da kriegt ein Fotograf natürlich große Augen und schaut sich das Ding mal genauer an!

Das Problem ist folgendes: Wenn du irgendwo auf einer Veranstaltung rumstehst, hast die Kamera in der Hand und knipst lustig in der Gegend rum, denkst du eigentlich nicht dran, das die Kamera auch filmen könnte! Es fällt dir, im Eifer des Gefechts, einfach nicht ein!
Und falls doch, ist der schöne entscheidende Moment, vorbei.

Deswegen: Entweder – Oder!

Also fiel meine Wahl dann auf die Insta360 Luna Ultra. Bestellt von der offiziellen Insta360 Homepage als „Endurance Bundle“ (oder „Ausdauer-Bundle“) mit größerem Akku. Später gabs noch eine 512GB Micro-SD Karte dazu. Das Ding hat zwar einen eingebauten Speicher mit 50GB – aber 512GB sind dann halt doch mehr. Außerdem klappt der Transfer auf den Rechner von der Karte zum Bearbeiten am Rechner einfach reibungsloser, finde ich.


So sieht sie aus, die Insta360 Luna Ultra.


Cool: man kann die Videos per App auch locker aufs Handy schicken und dann gleich verteilen. Das geht über Bluetooth relativ easy und flott und über die App „Insta360“ kann man die Kamera auch fernsteuern.

Apropos fernsteuern: Alleinstellungsmerkmal der Luna Ultra ist das Bedienkonzept. Die ganze Bedieneinheit inkl. Monitor lässt sich abnehmen, so dass man die Kamera stehenlassen und sich z.B. selbst filmen kann! Ein Gamechanger! In der Bedieneinheit ist außerdem ein Mikro eingebaut, so das man auch gehört wird, wenn man was zu sagen hat.

Stichwort „stehenlassen“: Im Lieferumfang der Luna Ultra ist eine Griffverlängerung. Das macht auch durchaus Sinn, weil die Kamera zwar erfreulich kompakt geraten – aber dadurch auch nicht sonderlich griffig, ist. Anders ausgedrückt – jemand mit „Händen wie Klodeckel“ sollte vielleicht vorher mal schauen, ob er das Ding irgendwo in die Hand nehmen kann, ob er damit zurechtkommt.
In der Verlängerung ist ein USB-Port, ein Gewinde fürs Stativ – und eine „Stellhilfe“ integriert. Mit Stellhilfe meine ich drei Drahtbügel im Boden der Verlängerung, die ausgeklappt werden können und dann stabil genug sind, die Kamera an Ort und Stelle aufrecht hinzustellen. Alleine für die Stellhilfe kriegt Insta360 von mir nen Orden!
Das ist so eine simple und einfach zu integrierende Lösung, das ich mich schon frage, warum sowas nicht öfter gemacht wird.
Auch cool ist dass sie sich, ohne das man sich erst lang durch das Menü hangeln muss, von Quer- zum Hochformat umstellen lässt!
Man dreht einfach den Monitor auf der Bedieneinheit. So kann man sie übrigens auch ein- und ausschalten, wenn man das so machen will – was ich allerdings im Menü deaktiviert habe.

Hochformat ist heute ja (fast) das gängige Format. Vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok. Da musste man früher immer erst umständlich im Schnittprogramm das Seitenverhältnis umstellen – mit dem Ergebnis, das oftmals der Bildausschnitt irgendwas zeigte, aber nicht das wesentliche. Mit der Luna Ultra hat sich das Problem erledigt, weil man ja das wesentliche sowieso im Sucher hat.

„Gimbal-Typisch“ kann die Kamera natürlich auch Objekte/Personen verfolgen (nennt sich „tracken“). Man markiert das Objekt auf dem Bildschirm durch antippen und die Kamera markiert das Objekt mit einem grünen Rahmen. Ab dem Moment „verfolgt“ die Kamera bzw. der Gimbal, das Objekt automatisch.


Nebeninfo: Hochformat wurde ja erst in den letzten Jahren so richtig populär.
Erfunden wurde das „Hochformat-Fernsehen“ allerdings vom großen Dietmar Schönherr (er wurde bekannt in seiner Rolle als Commander Cliff Allister McLane in der Fernsehserie „Raumpatrouille“).
1981 versuchte er als erster, so ein Format mit der Sendung „Hochkant“ Salonfähig zu machen. Aber in Zeiten, wo Fernseher noch gefühlt „Tonnen“ wogen, hat natürlich niemand seinen Fernseher in der Eiche-Rustikal-Schrankwand um 90 Grad gedreht…


Die Luna Ultra ist auch klein genug, das man sie in der Hosentasche mit sich herumtragen kann. Sie passt natürlich nicht komplett in die Hosentasche – der Gimbal-Kopf schaut oben heraus. Aber das ist immer noch unauffällig genug.

Die technischen Daten findet man überall im Internet und es gibt mittlerweile auch verschiedene gute Youtuber, die das Ding getestet und ihr Review abgegeben haben.
Ich sag mal so; Bei Insta360 und Leica hat man schon allerhand Hirnschmalz in die Luna Ultra investiert.

In den letzten Tagen, seit ich die Luna habe, habe ich schon einige Minuten an Videos aufnehmen können. Die Kamera ist klein, schnell zur Hand und ist ausgelegt für maximal 8k! Wobei mir 4k vollauf genügen. Will man im Hochformat filmen, reduzieren sich die 4k allerdings automatisch auf 2,7k – was aber immer noch genügen sollte.
Außer natürlich, der Steven (Spielberg), der Christopher (Nolan) oder der Quentin (Tarantino) rufen an, ob man was für sie machen könnte.
Dann könnte es eng werden.

Nur mal als Beispiel: Zwei Minuten Katzen-Content von unserer Hauskatze – die eigentliche Herrin bei uns im Haus.
Man sieht ganz schön die Auflösung und wie der Gimbal schon auf kleinste Bewegungen reagiert. Geschnitten und bearbeitet mit DaVinci Resolve.