Ein Film, der mich immer wieder triggert.

Weil er Fragen stellt.
Gute Fragen. Interessante Fragen. Einige wurden mittlerweile ja auch beantwortet- wie die, der „magischen Kugel„.

Dennoch bleiben jede menge Fragen, die neugierig machen.
Im Film (in der deutschen Synchronisation) heißt es in einer Szene sehr richtig
„Da is ne Menge Rauch, aber auch ein bisschen Feuer!“

Regie-Ass Oliver Stone (auch „Platoon“, „Wall Street“, „Natural Born Killers“ u.a.) nahm im Regiestuhl platz und sich damit sicherlich eines der kontroversesten Themen der jüngeren amerikanischen Geschichte an:
Wer erschoss Präsident John Fitzgerald Kennedy – oder besser, wer waren die Hintermänner?

Die Inszenierung an sich ist bis in die kleinste Nebenrolle unglaublich toll besetzt mit hochkarätigen Namen:

Was war also passiert?

Am 22. November 1963 besucht der damalige 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy Dallas.

Auf dem Weg der Wagenkolonne vom Flughafen durch die Stadt schießt ihm Lee Harvey Oswald, von einem Mehrstöckigem Gebäude aus, in den Kopf. Mit einem Gewehr.
Gut- mit einer Pistole oder einem Revolver wärs noch absurder.

Was man alles beachten muss für so ne Nummer, wird im Film „Shooter“ (2007) (mit Mark Wahlberg, Danny Glover und Michael Pena) in einer Szene ganz gut beschrieben: Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftfeuchtigkeit, Entfernung, steht das Ziel still oder bewegt es sich – ab einer bestimmten Entfernung spielt sogar die Corioliskraft eine Rolle!
Soll heißen; mit einem Gewehr auf ein sich bewegendes Ziel zu schießen, ist nicht einfach!
Wer das anzweifelt, kann ja mal auf einem Volksfest versuchen, auf einem dieser Schießstände den „laufenden Keiler“ zu treffen… und dann überlegen, wie schwer das auf mehreren Meter- oder gar Kilometer- Entfernung wäre.

Ich war selbst mal Augenzeuge bei einer Scharfschützen-Ausbildung der Bundeswehr- das Ziel war, für mich mit bloßem Auge, gar nicht mehr zu erkennen!

Im Film wird stark angenommen, das es mehrere Schützen gewesen wären- und Oswald nur der Sündenbock. Und beim anschauen wird man auch mehr und mehr davon überzeugt, das dem so sein KÖNNTE.
Allerdings wird auch viel unwahres in dem Film erzählt- was wohl einerseits der Dramaturgie geschuldet sein mag. Andererseits werden einige der heutigen vorliegenden Fakten, anfang der 90er noch nicht verfügbar gewesen sein. Vieles wurde mittlerweile umfangreich untersucht und widerlegt.

Unterm Strich fasziniert der Film jedenfalls mit einem dichten Staraufgebot und toller Darstellerleistungen. Bei den „Academy Awards“ 1992 nahm der Streifen zwei der Goldjungs mit nach Hause (für Schnitt und Kamera).
Nominiert war er außerdem für Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Beste Filmmusik und
Bester Ton.

Ich persönlich finde den Streifen immer wieder faszinierend und sehenswert!